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Protestantisches Dekanat

Eberhard  D i t t u s

- Öffentlichkeitsarbeit -

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Gedenkstätte für die Opfer
des Nationalsozialismus in
Neustadt geplant

Hornbach und der Verein Friedensinitiative Neustadt haben erste Gespräche zur Verwirklichung einer Gedenkstätte für die Neustadter Opfer des Nationalsozialismus im Schutzhaftlager der ehemaligen Turenne-Kaserne, heute Quartier Hornbach, aufgenommen. Es ist geplant, dafür das einstige Gefängnis der Kaserne zu nutzen. Dort soll neben der Ausstellung von Dokumenten auch ein außerschulischer Lernort eingerichtet werden. Es ist vorgesehen, dass als Träger der Gedenkstätte die Friedensinitiative fungiert, so deren Vorsitzender Eberhard Dittus. Die geplante Gedenkstätte habe überregionale Bedeutung, so Dittus, denn es liegt eine Liste mit 356 Häftlingen vor, die aus 64 Orten in der Pfalz stammen, darunter aus Landau, Landstuhl, Kaiserslautern, Pirmasens, Mutterstadt, Bad Dürkheim, Kusel und Neustadt. Unter den Häftlingen waren Arbeiter und Ärzte, Rechtsanwälte und Bürgermeister, Winzer und Waldarbeiter und der evangelische Pfarrer Oswald Damian aus Pirmasens. Damian war später bis zu seiner Pensionierung Gemeindepfarrer in Kandel.

Nachzulesen und auszudrucken ist die Häftlingsliste unter www.gedenkstaette-neustadt.de  

Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus


„Stadt und Konzern in der Pflicht"

Bei einer Ausstellunsgeröffnung in der Alten Winzinger Kirche hat Eberhard Dittus, Vorsitzender der Friedensinitiative Neustadt, eine Gedenkstätte für Opfer des Nationalsozialismus in der ehemaligen Turenne-Kaserne gefordert (Bericht vom 31. Januar).

Ich kann mich der Forderung nur anschließen. Sowohl die Stadt Neustadt als auch den Hornbach-Konzern sehe ich in der Pflicht, dazu beizutragen, dass die Erinnerung an das Lagersystem wach bleibt. Auch wenn in Neustadt keine Massenvernichtung stattfand, die Demütigungen und die Angst der Opfer sind schlimm genug, um auch hier innezuhalten. Einer der Insassen war übrigens mein Urgroßvater, ein mutiger Sozialdemokrat, der sich damals traute, den Nazis in seinem Heimatdorf zu widerstehen. Beinahe wäre er nach Dachau verschleppt worden, hätte nicht der damalige Bürgermeister des Ortes, übrigens ein Nazi, interveniert, um ihn aus dem Konzentrationslager (das Lager hieß hochoffiziell KZ!) Lachen-Speyerdorf wieder

herauszubekommen. Seinen Beruf war als Gemeindediener war er danach zwar los, aber er kam immerhin mit dem Leben davon. Viele andere hatten weniger Glück - auch ihr Gedenken muss gewahrt bleiben.

Dr. Stefan Meißner, Minfeld


„Vater alle Zähne ausgeschlagen"

Großer Respekt für den Organisator, Herrn Eberhard Dittus, für die posthume Würdigung der politischen Opfer. Die 56 Frauen und Männer, welche für ihre politische oder ideologische Überzeugung kämpften, waren zwar kein Jesus, Ghandi oder Mutter Theresa, aber für viele Symbolfiguren im Kampf gegen den Nationalsozialismus. So auch für mich persönlich, als Kind eines Verfolgten. Man hat ihm 1933 in der Neustadter Kaserne die ganzen Zähne ausgeschlagen, nur weil er aus der Arbeitslosigkeit heraus die „Arbeiterzeitung" ausgetragen hatte. Ich bin davon überzeugt, dass es vielen der noch lebenden Nachfahren ähnlich wie mir ergeht. Ich glaube, es ist höchste Zeit, ein differenzierteres Geschichtsbild in unser Bewusstsein zu bringen. Es ist sicherlich auch an der Zeit, Deutsches, Nazismus und Kommunismus nicht zu verwechseln oder gar gleichzusetzen. Aus eigener Erfahrung und dem sporadischen Kontaktieren von ewig Gestrigen kann man es nur bedauern, dass eben diese ewig Gestrigen und auch Holocaustleugner leider nicht so schnell aussterben.

Artur Reichert, Wenzenbach


„Die letzten Zeitzeugen sterben"

Die Zeit verrinnt und die letzten Zeitzeugen sterben. Auch darum sollte die Erinnerung an das ehemalige Lager in der Turenne-Kaserne wachgehalten werden. Jederzeit sollte man

an die über 300 NS-Opfer aus über 60 Pfälzer Gemeinden gedenken können. Es wäre begrüßenswert, wenn die Firma Hornbach als Grundstücksbesitzer hier ein deutliches Zeichen setzen und eine Gedenkstätte ermöglichen würde. Wie sagte Dekan Armin Jung: „Erinnerung macht immer Sinn." Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen.

Gerhard Reiß, Bad Bergzabern

 Rheinpfalz Neustadt, 5.2.2009

Hornbach für Gedenkstätte

In ehemaliger Kaserne soll der Opfer des Konzentrationslagers Neustadt gedacht werden

Der Vorschlag, in der ehemaligen Turenne-Kaserne in Neustadt eine Gedenkstätte für Opfer des Nationalsozialismus einzurichten (wir berichteten), ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Hornbach Holding unterstützt das Vorhaben.

Die einstige „Nachrichten-" und spätere „Turenne-Kaserne" diente von März bis Juni 1933, also zu einem sehr frühen Zeitpunkt, als Konzentrations- und Schutzhaftlager der Nationalsozialisten. Zahlreiche Häftlinge wurden von dort nach Dachau verlegt. Im März 1933 waren dort über 300 politisch unliebsame Menschen inhaftiert.

Eberhard Dittus, Vorsitzender der Friedensinitiative Neustadt, und Vertreter der Hornbach Holding AG haben nun erste Gespräche aufgenommen. Wie die Pressesprecherin der Hornbach AG, Dr. Ursula Dauth, mitteilte, ist geplant, das einstige Gefängnis der Kaserne als Gedenkstätte zu nutzen. Dort sollen Dokumente ausgestellt und ein außerschulischer Lernort eingerichtet werden. Es sei vorgesehen, dass die Friedensinitiative als Trägerin fungiere, so Dauth. Die Umsetzung werde gemeinsam geplant, Details würden in den nächsten Gesprächen festgelegt. Das Projekt soll sorgfältig vorbereitet werden, Zeitpläne gibt es noch nicht.

„Dies ist eine sehr gute Entwicklung. Ich freue mich, dass die Firma Hornbach das Projekt unterstützt. Diese Gedenkstätte hat eine überregionale Bedeutung, da ein großer Teil der Opfer aus 64 Orten der gesamten Pfalz kam, so aus Bad Dürkheim, Pirmasens, Kusel, Winnweiler, Mutterstadt und vielen weiteren. Alleine aus Kaiserslautern waren es 59 Inhaftierte", sagte Eberhard Dittus auf Anfrage. Mittlerweile habe sogar das Kaiserslauterer Archiv beim Neustadter Stadtarchiv angefragt, weil der Lauterer Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel (SPD) Näheres über die Opfer aus seiner Stadt erfahren wolle, so Dittus. Auch Dekan Armin Jung begrüße für das Protestantische Dekanat die Realisierung der Gedenkstätte, betonte Dittus in seiner Funktion als Öffentlichkeitsreferent der evangelischen Kirche in Neustadt. Er weist darauf hin, dass auf der Internetseite des Friedensforums alle Neustadter Stätten aufgelistet sind, die in der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft eine Rolle gespielt haben. Dort ist nun auch die Liste mit den Namen von 356 Häftlingen einsehbar.

Oberbürgermeister Hans Georg Löffler (CDU) sagt zu der Entwicklung: „Das begrüße ich sehr, dass ein Unternehmen, das in Neustadt ansässig ist, dieses Erinnern unterstützt. Je mehr Zeit verfließt, desto weniger weiß man noch über dieses Kapitel der Geschichte. Besonders für die junge Generation ist es wichtig, dazu Einzelheiten zu erfahren." Er kenne zwar noch nicht die weiteren Einzelheiten, aber die Stadt habe sich ja bereits in der Vergangenheit beispielsweise bei der Aktion der „Stolpersteine" zur Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger oder den jeweiligen Gedenktagen mit eingebracht und werde auch dieses Vorhaben unterstützen. (kle) Kommentar

Info: www.friedensforum-neustadt.de

Rheinpfalz, Neustadt-Lokal vom 23. Februar 2009

 Einwurf

Vorbildlich reagiert

Von Heike Klein

Dass die Hornbach-Gruppe als heutige Eigentümerin des Areals Pläne für eine Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Neustadt unterstützt, ist vorbildlich.

Endlich mal kein Zögern und Zaudern, sondern spontane Zustimmung. Unter Trägerschaft der Friedensinitiative Neustadt kann in der ehemaligen Nachrichtenkaserne ein außerschulischer Lernort entstehen. Dort können die Schulen der Umgebung ohne großen Aufwand einen anschaulichen Geschichtsunterricht bieten. Da es nur noch wenige Zeitzeugen dieser fürchterlichen Ära gibt, kommt diesem Gedenkort eine große Bedeutung zu. Durch die Nähe zum eigenen Wohnort wird in beklemmender Weise deutlich, wie groß die Bedrohung damals für viele Menschen war. Es spricht für die neuen Eigentümer des Areals, die mit dem düsteren Kapitel nichts zu tun haben, dass sie sich dieser Verantwortung stellen und die Möglichkeit zum aktiven Erinnern einräumen. (kle)

Rheinpfalz, Neustadt-Lokal  vom 23. Februar 2009, SWZ

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 Gedenkstätte für Nazi-Opfer

Die Hornbach Holding AG, Neustadt, hat der Einrichtung einer Gedenkstätte für Opfer des Nationalsozialismus in einem ihrer Gebäude in Neustadt zugestimmt. Träger der Gedenkstätte soll die Friedensinitiative Neustadt werden. Hornbach besitzt in Neustadt die ehemalige „Nachrichtenkaserne". In ihr befand sich 1933 für einige Monate ein frühes Konzentrationslager, in dem vor allem politische Gegner der Nationalsozialisten inhaftiert waren. Die Gedenkstätte soll in einem Gefängnis eingerichtet werden. Der Vorschlag stammt von Eberhard Dittus, Vorsitzender der Friedensinitiative und Diakon im protestantischen Dekanat Neustadt. (kle/Foto: Linzmeier-Mehn)

Rheinpfalz vom 23. Februar 2009, SWZ